Caritasverband Saarbrücken, 23.07.2009

Frauen sind die Opfer

Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt stellt Jahresbericht vor

 

Frauen sind die Opfer

Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt stellt Jahresbericht vor.

Saarbrücken – Ehemann verprügelt Ehefrau, Partner schlägt Partnerin…. Die Opfer häuslicher Gewalt sind fast ausschließlich Frauen. Im Saarland lag 2008 der Prozentsatz bei rund 94 Prozent. 70 Prozent der Opfer lebten zur Zeitpunkt der Gewalttat mit einem Ehepartner oder Lebensgefährten zusammen, die Täter waren zu rund 68 Prozent die aktuellen Partner. Das sind Zahlen aus einer Wirklichkeit, wie sie die Beratungs- und Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt täglich erfährt.

Im vergangenen Jahr 2008 wurde die Interventionsstelle – Träger ist der Saarbrücker Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Zusammenarbeit mit dem Saarbrücker Caritasverband – im ganzen Saarland 880 mal aktiv, informiert Stellenleiterin Barbara Klein. In 93 Prozent der Fälle wurde die Interventionsstelle von der zuständigen Polizei unmittelbar nach deren Einsatz informiert. Mit dem Einverständnis der Betroffenen schickt die Polizei die Kontaktdaten des Opfers an die Interventionsstelle, die dann innerhalb kürzester Zeit zum Opfer Kontakt aufnimmt. Angeboten wird eine Kurzberatung im Sinne eines Krisengespräches. Die Inhalte reichen von der aktuellen körperlichen und seelischen Verfassung des Opfers, deren psychosoziale Situation bis zur Information über rechtliche Schutzmaßnahmen. Wichtige Gesprächsinhalte sind auch die Analyse der aktuellen Gefährdungssituation und mögliche Schutz- und Hilfsmaßnahmen. Bei Bedarf werden die Opfer an andere Hilfseinrichtungen, wie Frauenhäuser, Beratungsstellen, Ärztinnen, Therapeutinnen oder Rechtsberatungen vermittelt.

In über 80 Prozent der Fälle konnte die Interventionsstelle einen Kontakt zum Opfer herstellen und ein Beratungsangebot anbieten. Über die Hälfte nahm die angebotene Hilfe an.

Für Barbara Klein ist „auffallend“, dass von Arbeitsbeginn der Interventionsstelle im April 2007 bis heute, gerade junge Opfer bis 21 Jahren die Beratung eher weniger in Anspruch nehmen. Betroffene ab 41 Jahren dagegen die Beratung mit rund 61 Prozent deutlich mehr nutzen. „Je älter, desto eher wird die Hilfe in Anspruch genommen“, sagt sie und räumt dazu mit einem weit verbreiteten Vorurteil auf: „Es gibt keinen aussagefähigen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit häuslicher Gewalt und geringem Einkommen in der Familie“.

In rund zwei Drittel der Fälle lebten Kinder im Haushalt des Opfers. Deshalb wird von der Saarbrücker Interventionsstelle, die für das ganze Saarland zuständig ist, ein eigenständiges Beratungsangebot für Kinder und Jugendliche vorgehalten. Um betroffenen Kindern besser helfen zu können wurde die Broschüre „Kinderschutz und Kindeswohl bei elterlicher Partnerschaftsgewalt“ erstellt.

Weitere Information bei der Beratungs- und Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt, Im Haus der Caritas Johannisstraße 2, 66111 Saarbrücken, Telefon 0681-3799610, E-Mail: interventionsstelle@skf-saarbruecken.de

 

 

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