Ambulante Rehabilitation von pathologischen Glücksspielern ´

Seit dem 01.11.2002 bieten wir ein ambulantes Behandlungsprogramm für path. Glücksspieler an. Die Kosten werden von der DRV Saarland übernommen.

Ambulante oder stationäre Behandlung

Diese Frage sollten Sie mit Ihrem Berater besprechen, weil sie nur individuell zu klären ist.
Folgende Kriterien sollten unter anderem beachtet werden:

  • vorhandene soziale Bezüge (Familien-/Freundeskreis. Wohnung, Arbeit etc.)
  • Dauer und Intensität der Spielproblematik
  • evtl. Nebenerkrankungen, wie z.B. Depressionen oder zusätzliche Alkoholproblematik

Die ambulante Behandlung ist besonders geeignet für Menschen

  • die in funktionierenden sozialen Bezügen leben
  • die neben ihrer Berufstätigkeit eine Behandlung wahrnehmen können

Die ambulante Behandlung bietet

  • den Vorteil der Fortführung der Berufstätigkeit
  • die Umsetzung und Begleitung der Therapieschritte im Alltag

Das Behandlungskonzept

Vor Beginn der ambulanten Behandlung ist eine Motivationsphase vorgesehen, in der die Behandlungsgründe reflekiert, die Inhalte und der Rahmen der Behandlung vorbereitet werden. Die Dauer halten wir flexibel, bis zu 6 Wochen. Bis zum Beginn der Behandlung muss der Spieler Spielfreiheit erreichen.
Das Behandlungskonzept beruht auf den Prinzipien der integrativen Therapie nach Dr. H. Petzold (Fritz Perls Institut, Düsseldorf) und beinhaltet die Förderung der Entwicklung der Persönlichkeit in seiner individuellen Lebensgeschichte, so dass der Sinn des pathologischen Spielens für alle Beteiligten verstehbar wird und alternative Verhaltensweisen dazu erarbeitet werden können.

Das Behandlungsprogramm

Die Glücksspielgruppe steht als therapeutisches Element im Vordergrund der Behandlung. Ergänzt wird sie durch Einzel-, Paar- und Familiengespräche. Zusätzlich zur sozial- und psychotherapeutisch geleiteten Glücksspielergruppe besucht der Patient eine thematische Gruppe zur Gefühlswahrnehmung und Achtsamkeit. Dies bedeutet, dass pro Woche bis zu 3 Behandlungskontakte stattfinden. Die Behandlungsdauer beträgt 9 bis12 Monate. Die Vorbereitung des Kostenantrages wird durch unsere Einrichtung vorgenommen.

Behandlungsziele

Grundsätzliches Ziel bei der Arbeit mit glücksspielabhängigen Menschen ist es, dass diese in Zukunft spielfrei leben können und bei Gefährdeten der Weg in die Abhängigkeit verhindert wird. Unser Verständnis von Heilung basiert darauf, dass eine abstinente Lebensweise nur dann stabil sein kann, wenn eine allgemeine Verbesserung der psychosozialen Lebenssituation des Betroffenen erreicht wird. Dazu gehört in erster Linie die Förderung bzw. die Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit.

Spielsuchtspezifische Ziele

  • Förderung von rationaler und emotionaler Einsicht in die Funktion des Spielens
  • soziotherapeutische Hilfen bei der Schuldenregulierung und im Umgang mit Behörden
  • Verbesserung des Geldmanagements
  • Förderung von Coping-Strategien (Rückfallprophylaxe)
  • ggf. Unterstützung der beruflichen Rehabilitation

Nachsorgebehandlung

Pathologischen Glücksspielern, die eine stationäre Behandlung wahrgenommen haben, bieten wir eine Nachsorgebehandlung an. Diese beinhaltet die Teilnahme an einer therapeutisch geleiteten Nachsorgegruppe in wöchentlichem Rhythmus. Dazwischen finden Einzelgespräche, bzw. Gespräche mit Bezugspersonen oder Personen des sozialen Umfeldes statt. Die Nachsorgebehandlung beinhaltet in der Regel 20 Behandlungskontakte innerhalb eines Zeitraumes von 6 Monaten. Die Kosten hierfür werden von dem Rentenversicherungsträger oder der Krankenkasse übernommen. Wichtig! Der Antrag zur Nachsorgebehandlung muss von der behandelten Klinik gestellt werden.

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