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Stand: 06.02.2015

Pressemitteilung

Jeder Mensch braucht ein Zuhause

"Wohnungsnot ist zu einer sozialen Wirklichkeit geworden, die gesellschaftspolitisches Konfliktpotenzial birgt" sagt Caritasdirektor Michael Groß. Zunehmend werden Familien, alte und einkommensschwache Menschen oder Studenten in Großstädten und Ballungsgebieten aus ihren Stadtvierteln verdrängt.  Laut der Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung fehlen auch in Saarbrücken mehr als 17.000 Wohnungen.

Caritas Mitarbeiter berichten aus ihrer Arbeit, wie schwierig es geworden ist, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Immer mehr Haushalte, vor allem mit kleineren, zunehmend aber auch mit mittleren Einkommen, haben Schwierigkeiten, sich mit Wohnraum zu versorgen.

Der Hintergrund ist oftmals, dass das Haushaltseinkommen zu niedrig ist, um die Miete einer am Markt angebotenen Wohnung zu bezahlen. Kleine Wohnungen werden überteuert angeboten. Zudem gibt es kaum kleine Wohnungen auf dem Saarbrücker Wohnungsmarkt. Die Arbeitsagentur zahlt  bei Hartz IV Empfängern zwar einen Mietzuschuss, dieser reicht aber oft nicht aus.

Steigende Mieten und Wohnungsknappheit treffen nicht nur Menschen mit geringem Einkommen. Auch Krankenschwestern, Polizisten oder Erzieherinnen spüren, dass bezahlbarer Wohnraum mittlerweile Mangelware ist. "Das Problem hat längst die Mitte unserer Gesellschaft erreicht, hier liegt enormer sozialer Sprengstoff", mahnt der Direktor des Caritasverbandes für Saarbrücken und Umgebung. 

Die Unterstützung von Haushalten, die sich am Markt nicht aus eigener Kraft angemessen mit Wohnraum versorgen können, ist Aufgabe der sozialen Wohnraumförderung. Das Grundgesetz sichert mit dem Grundrecht auf "Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums" allen Hilfsbedürftigen, diejenigen materiellen Voraussetzungen zu, die für ihre physische Existenz und für ein Mindestmaß an Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben unerlässlich sind. Hierzu gehört auch oder gerade eine Wohnung.

Es darf  keine Verdrängung geben, keine soziale Spaltung, die dazu führt, dass in der Stadt nur noch Einkommensstarke leben können und alle anderen in die Außenbezirke gedrängt werden. Wir müssen zusammen dafür sorgen, dass in den Städten nicht nur hochpreisige Miet- und Eigentumswohnungen für Besserverdienende entstehen.

Eine Konzentration auf günstige Stadteile, die aufgrund ihrer Besonderheit schon jetzt genügend Probleme haben, muss verhindert werden. Darüber hinaus sollte auch die  Schaffung von behindertengerechtem und barrierefreiem Wohnraum gefördert werden.

Auf dem freien Markt können die fehlenden Wohnkapazitäten nicht ohne große gemeinsame Anstrengungen bereitgestellt werden. Neuer Wohnraum für Geringverdiener ist in Saarbrücken in den letzten Jahren nicht entstanden. Die Caritas fordert deshalb mit Ihrer Champagne "Jeder Mensch braucht ein Zuhause" mehr bezahlbaren Wohnraum.

Der soziale Wohnungsbau muss für die Versorgung einkommensschwächerer Haushalte mit Wohnraum wieder eine zentrale Stellung zurückerlangen, betont Groß, denn die Zahl der sozial gebundenen Wohnungen nimmt  jährlich ab. Um den sozialen Wohnungsbau zu fördern, müssen Maßnahmen der Landes- und der kommunalen Ebene gut ineinandergreifen. 

Doch der Caritasverband für Saarbrücken und Umgebung will nicht nur Forderungen stellen, sondern auch konstruktiv mitarbeiten. Zusammen mit allen katholischen Partnern werden wir den  Immobilienbesitz auf Nutzungsmöglichkeiten überprüfen. Unser Ziel ist es Bauflächen zu mobilisieren, kostengünstige Grundstücke und zusätzliche Projektträger zu finden, die Wohnräume schaffen, den sich die Menschen leisten können. Der Caritasverband für Saarbrücken und Umgebung e.V. ist darüber hinaus bereit auch nach Mietvertragsunterzeichnung  für Mieter und Vermieter als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Darüber hinaus wird sich der  Saarbrücker Caritasverband in seiner nächsten Mitgliederversammlung mit diesem Thema intensiv beschäftigen.

 

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