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Stand: 06.02.2015

Pressemitteilung

Selbsthilfegruppen für Migranten in Friedrichsthal

Selbsthilfegruppen für Migranten in Friedrichsthal

Friedrichsthal: "Unser Ziel ist es, die Menschen zusammenzubringen, damit sie gemeinsam Probleme in der Nachbarschaft lösen können", umschreibt Werner Hubertus von der Caritas Gemeinwesenarbeit in Friedrichsthal das neu gestartete Projekt, das mit Hilfe der Community Organizing-Methode Migranten aus Friedrichsthal in den nächsten Monaten fit machen soll, aktiv zur Gestaltung der eigenen Nachbarschaft beizutragen.

Die Stadt Friedrichsthal, der Arbeitskreis Familienfreundliches Friedrichsthal und der Regionalverband Saarbrücken unterstützen im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie Leben" diesen Prozess und erhoffen sich neue Wege ausprobieren zu können, die das gemeinsame Zusammenleben von Flüchtlingen und Einheimischen in der Stadt Friedrichsthal fördert.

Bürgermeister Rolf Schultheis betonte, dass in den letzten Jahren angesichts der angestiegenen Flüchtlingszahl eine Vielzahl von Initiativen in Friedrichsthal entstanden sind, um die Herausforderungen durch den Zuzug der Flüchtlinge zu bewältigen. Vereine, ehrenamtliche Unterstützer sowie die Verwaltung und auch die Gemeinwesenarbeit des Caritasverbandes haben auf die Anforderungen der Zeit reagiert und versuchen, passgenaue Angebote zu entwickeln.

Mit der Methode des Community Organizing sollen nun in den nächsten Monaten zunächst die neuen Bewohner von Friedrichsthal dabei unterstützt werden, selbst aktiv zu sein und Verantwortung für ihre eigenen Interessen zu übernehmen. Trotz eingeschränkter Bürgerrechte soll ihnen vermittelt werden, dass sie selbst demokratische Prozesse anstoßen und selbst auch Verantwortung übernehmen können. Sie sind für die Ausgestaltung ihrer Ideen verantwortlich und sollen erfahren, dass sie sich an der Verbesserung der Lebensumstände in der Stadt aktiv beteiligen können. Sie lernen Demokratie.

In ersten Trainings wurden Neu-Friedrichsthaler geschult, wie sie gezielt mit Menschen ins Gespräch kommen können, um ihre Fragen, Sorgen und Probleme zu erfahren. In dem Zuhörprozess in den kommenden Wochen soll auch Vertrauen geschaffen werden, damit Menschen aktiviert werden, die eigene Nachbarschaft aktiv mitzugestalten. In einem zweiten Schritt werden dann aus diesen Gesprächen die Themen und Fragen herausgefiltert, die am dringendsten erscheinen und es wird gemeinsam überlegt, was der Einzelne zur Lösung dieser Fragen beitragen kann und wo neue Partnerschaften oder Kooperationen entstehen sollen. Gemeinsam mit alteingesessenen Friedrichsthaler Bürgern und Vertretern lokaler Organisationen sollen dann Wege gefunden werden, wie erreichbare Ziele erkannt und umgesetzt werden. Durch die persönliche Begegnung werden Schranken abgebaut und gemeinsam wird ein weiteres Stück wichtige Arbeit an einer lebens- und liebenswerten Stadt geleistet.

Die Gemeinwesenarbeit des Caritasverbandes hat in Friedrichsthal eine jahrzehntelange Erfahrung mit unterschiedlichen Formen von Bürgerbeteiligung. Gemeinsam mit der Stadt ist es für die GWA wichtig, dass die Menschen in ihrem eigenen Umfeld aktiv werden und sich trauen, ihre eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten mit anderen zusammen einzubringen. Mit der Methode des Community Organizing werden neue Wege beschritten, die es für Flüchtlinge erfahrbar machen, wie demokratische Prozesse in einer offenen und toleranten Gesellschaft funktionieren.

Für uns alle gilt: Demokratie muss jeden Tag neu gelebt werden. Menschen mit anderen kulturellen und politischen Hintergründen brauchen dazu eine besondere Unterstützung.

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