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Stand: 17.03.2020

Pressemitteilung

Sterbende bekommen bessere Hilfe und Betreuung

Bessere Hilfe für Sterbende

Katholische Krankenhäuser, Altenheime, ambulante und stationäre Hospize und Sozialstationen im Saarland werden künftig enger zusammen arbeiten, um schwerstkranke und sterbende Menschen bestmöglich zu versorgen. Diese neuartige Form der Vernetzung findet als Pilotprojekt zunächst in den Regionen Saarbrücken und St. Wendel statt. Den Rahmen bildet das gemeinsame Projekt von Diözesan-Caritasverband und dem Bistum Trier "Hospiz- und Palliativkultur in katholischen Einrichtungen und Diensten des Gesundheits- und Sozialwesens". Projektleiterin Hildegard Eynöthen beschrieb beim Start des neuen Teilprojektes am 18. Februar die Ziele: "Menschen sollen auch am Ende ihres Lebens noch möglichst viel Lebensqualität haben. Dazu wollen wir die individuelle Hilfe für Sterbende interdisziplinär und einrichtungsübergreifend organisieren: Pflege, Medizin, psycho-soziale Begleitung und die Seelsorge sollen im gemeinsamen Handeln für den Sterbenden da sein." Begleitend soll in den Einrichtungen ein gemeinsames Verständnis zur Sorge für Menschen in der letzten Lebensphase und darauf basierend eine eigene Kultur der Hospiz- und Palliativbegleitung entwickelt werden.

Zum "Kick off" im Saarbrücker Johannes Foyer hatten sich Trägervertreter und Mitarbeitende aus Einrichtungen eingefunden. Dr. Michael Schröder, Leiter der Abteilung Gesundheit und Pflege im Diözesan-Caritasverband Trier, dankte allen Beteiligten für ihr hohes Engagement unter den aktuell schwierigen Rahmenbedingungen: "Alles, was künftig an Zusammenarbeit und Vernetzung erfolgt, ist im Sinne des Sterbenden. Die Etablierung einer solchen Kultur und Haltung lohnt sich aber auch für die Einrichtungen, weil sie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig identitäts- und sinnstiftend wirkt." Grußworte sprachen die Leiterin des Katholischen Büros, Katja Göbel, und Dr. Sabine Kirchen-Peters, die mit der Begleitung und Koordinierung des Projektes betraut ist.

Die Praxistauglichkeit der entwickelten bereichsübergreifenden Zusammenarbeit wird jetzt bis Ende des Jahres 2020 in den Einrichtungen überprüft. Anhand eines Erfassungsbogens wird der Hilfebedarf eines schwerstkranken Menschen unabhängig von der Versorgungsform erfasst. Alle Verantwortlichen, von den niedergelassenen Ärzten über die Pflege-Einrichtungen bis hin zu den Angehörigen, sollen auf dieser Basis zusammenarbeiten. Dabei orientieren sie sich am individuellen Bedarf des Sterbenden, der im Mittelpunkt eines gut abgestimmten Hilfenetzes stehen soll.

Die am Pilotprojekt beteiligten Einrichtungen sind:

Region Saarbrücken:

Pfarreiengemeinschaft Saarbrücken, Trägergesellschaft Kirchliche Sozialstationen im Stadtverband Saarbrücken (TKS), Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken (cts), CaritasKlinikum St. Theresia, Caritas SeniorenHaus St. Irmina, Caritas SeniorenHaus, Bischmisheim, Stiftung Langwied Altenhilfezentrum, St. Jakobus Hospiz und Kooperation mit dem Paul Marien Hospiz

St. Wendel

Pfarreiengemeinschaft St. Wendel, Marienkrankenhaus St. Wendel, Sozialstationen des Caritasverbandes Schaumberg-Blies, Hospital St. Wendel, Altenhilfezentrum St. Laurentius, Namborn, Hospital Daheim Ambulanter Pflegedienst sowie Kooperation mit der Christlichen Hospizverein und dem Hospiz Emmaus

Ansprechpartner im Diözesan-Caritasverband Trier: Hildegard Eynöthen, eynoethen-h@caritas-trier.de; www.caritas-trier.de

 

Trägervertreter äußerten sich erwartungsvoll zum Start des Teil-Projektes.

Der Saarbrücker Dechant Benedikt Welter sieht eine große Aufgabe für die Kirche: "Wenn es um Sterben, Tod und Trauer geht, trauen viele Menschen der Seelsorge eine hohe Kompetenz zu. Wir müssen aber unsere Erreichbarkeit und die Qualität unserer Angebote verbessern."

Die Oberin des Marienkrankenhauses St. Wendel, Hildegard Marx, erhofft sich, dass sich die Versorgungsqualität für Patienten und Bewohner und die Menschen, die zu Hause versorgt werden, stärker an den individuellen Bedürfnissen ausrichten kann.

Susanne Eisenhut, Leiterin des Altenhilfezentrums St. Laurentius Namborn, sieht die Chance, dass sich die Palliativpflege zum Gütesiegel eines Altenheimes entwickelt und dazu beiträgt, das christliche Leitbild mit Leben zu erfüllen.

Paul Herrlein, Geschäftsführer des St.Jakobus Hospiz Saarbrücken, hofft, dass sich in den Einrichtungen Vieles zum Wohle der Schwerstkranken und Sterbenden weiter entwickeln kann.

Dr. Sabine Kirchen-Peters sagte, dass die Probleme an den Schnittstellen, zum Beispiel an den Übergangen vom Krankenhaus in die häusliche Pflege, durch eine verbesserte Zusammenarbeit verringert werden können und Menschen in der letzten Lebensphase unnötiges Leid ersparen.

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