Corona-Schwerpunkt

Lockerungen

Vorsichtige Öffnung der Caritas-Altenheime: Wiedersehensfreude und Herausforderung

Caritas-München: Wir treffen hohe Sicherheitsvorkehrungen

Aus dem Caritasverband der Erzdiözese München und Freising war zu hören, dass sich die Öffnung der Altenheime, die mit dem Muttertags-Wochenende zusammenfiel, für die Seniorinnen und Senioren und deren Angehörige gelohnt habe: "Das war wirklich prima. Die Freude nach sieben Wochen Besuchsverbot Kinder, Enkel oder Lebenspartner wiederzusehen, war sehr groß und rührend", erklärt Vorständin Gabriele Stark-Angermeier.

"Die Senioren hatten sehr unter dem mehrwöchigen Kontaktverbot zu ihren Liebsten gelitten und nehmen daher auch die hohen Sicherheitsvorkehrungen mit Mindestabstand, Maskenpflicht und Beschränkung auf kurze Begegnungen gerne in Kauf."

Seniorin lächelnd im GesprächMindestabstand wird bei Besuchen in Altenheimen noch lange ein Thema sein. Deutscher Caritasverband / Julia Steinbrecht, KNA

Caritas-Würzburg: Beziehung kann nicht auf Dauer durch Distanz leben

Auch in Würzburg sind Besuche in Senioreneinrichtungen wieder möglich. Domkapitular Clemens Bieber zu den Öffnungen: "Die Menschen brauchen die Kontakte". Gleichzeitig lobt er die große Kreativität in den Häusern der Caritas im Umgang mit den notwendigen Einschränkungen seit der Corona-Krise. Mit Telefon und Tablet konnte der Kontakt zu Angehörigen aufrechterhalten werden. Postkarten- und Grußaktionen von youngcaritas und anderen Akteuren halfen gegen die wachsende Einsamkeit.

Auch die Pflegekräfte ließen sich im Verlauf der zurückliegenden Wochen einiges einfallen, um die Kontakte zu halten. Neben Telefongesprächen mit den Angehörigen verschickten sie Fotogrüße mit den Bewohnern per E-Mail und Post an die Familien, dass alle unbeschadet durch die Corona-Zeit kämen. Aber, so Bieber: "Beziehung kann nicht auf Dauer durch Distanz leben. Sie braucht auch die direkte Begegnung."

Caritas-Münster: Wir brauchen dringend flächendeckende Tests

In fast allen 205 Altenheimen der Caritas in der Diözese Münster konnten die Besuche der Angehörigen am Muttertag gut bewältigt werden – allerdings mit sehr hohem Aufwand, wie viele Altenheimleitungen rückmelden. Hier will man weiterhin intensiv die Seniorinnen und Senioren und die Angehörigen über die geltenden Regelungen bei Besuchen informieren. "Besuche waren und sind auch in der nächsten Zeit nur mit Anmeldungen und unter besonderen Schutzvorkehrungen möglich", erklärt Anne Eckert, Referatsleiterin Altenhilfe im Diözesancaritasverband Münster.

Um trotz der Öffnung den Schutz der Bewohner_innen und Mitarbeitenden sicherzustellen, hält Eckert flächendeckende Covid19-Tests auch in Nordrhein-Westfalen für dringend erforderlich. Mecklenburg-Vorpommern habe dies bereits für 40.000 Bewohner_innen und Pflegemitarbeitende angekündigt.

Caritas im Norden: Wir bitten um Verständnis und Geduld bei allen Regelungen

Die Caritas in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg wird ihre Pflegeheime und Pflegedienste für alte Menschen schrittweise nach dem 15. Mai 2020 wieder öffnen. Damit sich die Gefahr einer Ausbreitung des Corona-Virus in den Einrichtungen nicht exponentiell erhöht, werde hier alles getan, um geltende Vorschriften im Haus und auch im Außenbereich zu erfüllen, etwa Warteschlangen und Menschenansammlungen vermeiden. Diözesancaritasdirektor Steffen Feldmann: "Wir werden alle Regelungen und Maßnahmen zu den Besuchskontakten mit den Einrichtungsleitungen und den Gesundheitsämtern abstimmen und wir werden zusätzliche Mitarbeitende zur Begleitung von Besuchen und für die Hygienemaßnahmen schulen und einsetzen müssen."

Die Caritas im Norden unterstütze die "neue Normalität" mit Abstand, Hygiene und sozialen Kontakten. Feldmann bittet aber die Angehörigen und Freunde: "Bringen Sie Verständnis auf und haben Sie Geduld! Bitte berücksichtigen Sie die besonderen Anforderungen der Gemeinschaftseinrichtungen - zu Ihrem und zum Schutz Ihrer dort lebenden An- und Zugehörigen sowie der Mitarbeitenden."

 

Alle Caritas-Vorstände bundesweit bedanken sich ausdrücklich bei den Mitarbeitenden in den Altenheimen, die tagtäglich und am Wochenende, seit Beginn der Corona-Pandemie "Herausragendes leisten und geleistet hätten, um diese Krise zu bewältigen".