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Stand: 17.03.2020

Pressemitteilung

„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ - Adventsgefühle im Sommer

Es sind manchmal eine Reihe von Zufällen, die einem ganz neue Wege zeigen. So erging es auch Frau Monika Dieudonné, 57 Jahre alt, aus Kleinblittersdorf. Die Mutter von insgesamt neun Pflegekindern, mit aktuell zwei Pflegekindern im Haushalt, ist kirchlich sehr engagiert. In diesem Kontext wurde sie auch zur Adventszeit 2020 gefragt, ob Sie die Leitung einiger Meditationsimpulse in der Kirche übernehmen möchte.  Sie war sehr angetan von dieser Idee, und bereitete zum Thema "Macht hoch die Tür- die Tor macht weit" impulsgebende Denkanstöße vor. Dabei ging es um verschlossene Türen, geheime Türen, Türen, die einen neuen Weg zeigen.

In der Kirche selbst ist sie nach der Meditation auf einen Aushang gestoßen "Türöffner - Gutes tun und Wohnraum vermieten". Der Türöffner ist ein vom Caritasverband Saarbrücken initiierte Wohnraumoffensive, die Menschen mit geringem Einkommen helfen soll, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Die Caritas bringt Wohnraumbietende und Wohnraumsuchende zusammen. Bei den potentiellen Mietern handelt es sich um Klienten, die bereits längerfristig durch die Mitarbeiter des Caritasverbandes betreut werden.

Das konnte kein Zufall sein. Frau Dieudonné war überzeugt, es geht nicht nur ums meditieren und singen, sondern es geht darum, eine echte Verbindung zu schaffen zwischen den Denkanstößen und der Nachfrage nach Wohnraum.

Ohne lange zu überlegen, rief Sie beim Caritasverband Saarbrücken an und meldete, daß Sie mit der Vermietung einer erst kürzlich freigewordenen Erdgeschosswohnung Menschen helfen möchte, die auf dem normalen Wohnungsmarkt eher schwer Zugang finden.

Dabei hat die erwähnte Erdgeschosswohnung durchaus große symbolische Bedeutung für Frau Dieudonné: Bereits in früheren Jahren wurde die Erdgeschosswohnung vielseitig genutzt: Erst haben die Großeltern darin gelebt, danach sie selbst als Jugendliche, später zwei Kolumbianer, die der hilfsbedürftigen Mutter durch ein Hilfsprojekt den Alltag erleichterten.  Zuletzt bewohnte der Pflegesohn die Wohnung. Fast zeitgleich fiel der Auszug des Sohnes mit dem Türöffner-Aushang zusammen, und so kam das eine zum anderen.

Frau Dieudonné freut sich, dass sie- sobald die Renovierung im Juli abgeschlossen ist- die neue Mieterin in Empfang nehmen kann. Die Chemie hatte direkt gestimmt zwischen der jungen Syrierin und Frau Dieudonné, einer sehr kulturinteressierten und aufgeschlossenen Frau.

Dass es letztendlich so positiv ausgegangen ist, hat sie auch dem Zuspruch ihrer Schwägerin zu verdanken. Denn die beiden ersten Vermittlungsversuche waren nicht ganz so positiv geprägt. Frau Dieudonné erinnert sich an eine eher kalte Begegnung mit der ersten und zweiten Interessentin. Zu hoch sei deren Erwartungshaltung gewesen, da die Wohnung auch durchaus geringfügiger Renovierungen bedurfte.

Heute ist sie froh, dass sie durch den anfänglichen Frust nicht missmutig geworden ist, und auch nicht in Klischees gedacht hat. Sie kann auch jedem Vermieter raten, sich nicht von negativen Erfahrungen beherrschen zu lassen.  Manchmal muss man einfach auf die richtige Person treffen, bei der man direkt fühlt: Ja, das passt.

Es gibt sicherlich einige Menschen, die Wohnraum zur Verfügung stehen haben, allerdings mit einer Vermietung hadern, erläutert uns Frau Weiland vom Caritasverband Saarbrücken, die das Projekt "Türöffner" leitet. Oft stehen Bedenken im Raum, "Passt der Mieter zu uns, wird denn auch gut mit meinem Wohnraum umgegangen?"

Frau Stephanie Weiland, Projektleiterin „Türöffner“ im Caritasverband Saarbrücken

Frau Stephanie Weiland, Projektleiterin "Türöffner" im Caritasverband Saarbrücken

Frau Dieudonné hat ein gutes Gefühl:  Einem Menschen ein bezahlbares Obdach zu bieten, hiermit einem Menschen helfen zu können, das tut ihr selbst gut. Hierfür hat sie auch die Wohnung ganz frisch auf eigene Kosten renovieren lassen, die Investition hierfür wird sich für sie erstmal monetär nicht rentabilisieren.

Aber das steht auch nicht im Vordergrund. Ihre Devise ist "Ich möchte integrieren!" wie Frau Dieudonné betont. Denn nicht nur ein fremder Mensch muss sich in unsere Welt integrieren, auch wir integrieren uns in ihre Welt.

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