Saarbrücken - Im Bruder-Konrad-Haus leben viele Menschen, deren Lebenswege leise und oft ohne familiären Rückhalt verliefen. Manche von ihnen gingen von uns, ohne dass jemand an ihrer Seite war - kein Grabstein, keine familiäre Erinnerung ist von ihnen geblieben. Dennoch füllten sie das Haus mit Leben - mit ihren Begegnungen, Gesprächen, kleinen Gesten und durch die Beziehungen, die im Alltag entstanden.
"Jeder Mensch, der bei uns gelebt hat, bleibt Teil unserer Gemeinschaft - auch nach seinem Tod. Es ist ein Zeichen dafür, dass niemand vergessen wird. Mit dieser Stele geben wir ihnen einen Ort, an dem ihre Lebenswege nicht im Stillen enden, sondern wahrgenommen und gewürdigt werden", sagte Caritasdirektor Michael Schley.
Um diesen Menschen einen sichtbaren Platz des Gedenkens zu schenken, wurde im Garten des Bruder-Konrad-Hauses eine Erinnerungsstele errichtet, an dieser die Namen der ehemaligen Bewohner angebracht werden wird. Finanziert von der Edgar-Bähr-Stiftung, gestaltet und umgesetzt von Herrn Bertwin Schnubel. Die Namensplaketten und die Gedenktafel wurden von Herrn Reinhard Austgen entworfen. Sie wurde am 11. Dezember 2025 von Dekan Dr. Frank Kleinjohann eingesegnet.
Dekan Dr. Frank Kleinjohann betonte den geistlichen Aspekt des neuen Erinnerungsortes:
"Wir Christen glauben an das ewige Leben - dass jeder Mensch bei Gott über den Tod hinaus einen Platz hat. Diese Stele erinnert uns daran, dass Würde mit dem Tod nicht endet. Sie steht für Hoffnung, Trost und dafür, dass jedes Leben - unabhängig von Brüchen und schwierigen Zeiten - vor Gott zählt."
"Unsere Bewohner haben uns viel von ihrem Leben anvertraut - Schönes, Schweres, Hoffnungen und Verletzlichkeit. Diese Gedenkstätte ist ein Ort, an dem all das seinen Platz behält und gleichzeitig ist diese ein Zeichen gegen das Vergessen. Jeder Mensch zählt, auch wenn niemand mehr für ihn mittrauert", so Leiter Fabian Zeimet.
Der neue Erinnerungsplatz lädt dazu ein, kurz stehen zu bleiben, zu beten oder einfach dankbar an jene zu denken, die im Bruder-Konrad-Haus gelebt haben. Er soll ein stiller, tröstender Ort sein - ein Zeichen dafür, dass kein Leben verloren geht und keine Geschichte spurlos bleibt.

Bildunterschrift vlnr.: Reinhard Austgen, Bernhard Pinter (Sozialarbeiter BKH), Roland Isberner (Caritasratsvorsitzender), Michael Schley (Caritasdirektor), Gisela Rink (Caritas-Vorstandsvorsitzende), Fabian Zeimet (Leiter BKH), Peter Fried (Vorstand Caritasverband), Dr. Frank Kleinjohann (Dekan Pastoraler Raum Saarbrücken), Bertwin Schnubel (Mauermeister & Schöpfer der Stele)