Ministerin Kramp-Karrenbauer besucht „Beratungs- und Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt“
Am
27.04.2010 besuchte die Ministerin für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales
und Sport, Frau Annegret Kramp-Karrenbauer, die Beratungs- und Interventionsstelle
für Opfer häuslicher Gewalt im Haus der Caritas in Saarbrücken und überreichte
dort den Zuwendungsbescheid für 2010.
Anlässlich der Übergabe informierte sich Frau Kramp-Karrenbauer im Austausch mit den Mitarbeiterinnen über den aktuellen Stand der Arbeit. Die „Beratungs- und Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt“ ist ein Kooperationsprojekt des Sozialdienstes katholischer Frauen, Ortsverband Saarbrücken und des Caritasverbandes für Saarbrücken und Umgebung.
Frau Kramp-Karrenbauer würdigte die Arbeit der Beratungs- und Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt und erklärte, „bereits im Jahr 2004 haben wir damit begonnen, ein umfangreiches Maßnahmepaket gegen häusliche Gewalt auf der Interventionsebene der Vollzugspolizei umzusetzen. Dieses hat einen verbesserten Schutz der Opfer und das konsequente Einschreiten gegen die Täter zum Ziel. Die Maßnahmen in Verbindung mit den rechtlichen Möglichkeiten des Gewaltschutzgesetzes und dem Beratungsangebot der Beratungs- und Interventionsstelle haben zu einer erheblichen Verbesserung des Opferschutzes beigetragen. Die Beratungs- und Interventionsstelle leistet eine vorbildliche Arbeit und hilft Opfern von häuslicher Gewalt dabei ihre Hemmungen zu überwinden und Hilfe anzunehmen.“ Ministerin Kramp-Karrenbauer: „Viele Opfer häuslicher Gewalt haben Hemmungen eine Beratungsstelle aufzusuchen. Die Beratungs- und Interventionsstelle des Sozialdienstes katholischer Frauen und des Caritasverbandes für Saarbrücken und Umgebung bietet proaktiv psychosoziale und rechtliche Erstberatung an“.
Die Beratungsgespräche werden von den gewaltbetroffenen Frauen gut angenommen berichtete Christine Theisen , die Leiterin der Beratungsstelle. Auch in Jahr 2009 blieb die Anzahl der eingegangen Fälle identisch zum Vorjahr. Es gingen 916 Fälle ein, von denen 882 Fälle häuslicher Gewalt waren.
Wie in den vergangenen Jahren waren die meisten der Opfer weiblich,(ca. 94 %).
In 61 % der Fälle lebten Kinder mit im Haushalt der Betroffenen, waren also von elterlicher Partnerschaftsgewalt mit betroffen. In 70 % der Fälle lag das Alter der Betroffenen zwischen 20 und 50 Jahren.
Auffallend ist, sagte Frau Theisen, dass mit zunehmendem Alter häufiger Beratungen in Anspruch genommen wurden. Je älter die Betroffenen waren, umso mehr stieg das Interesse, sich auch tatsächlich beraten zu lassen.
Ungefähr 96 % der Opfer waren deutschsprachig, ca. 80% hatten die deutsche Staatsbürgerschaft. 22,8 % der Betroffenen hatten einen Migrationshintergrund.
Die Beratungs- und Interventionsstelle bietet für Opfer häuslicher Gewalt und/oder Stalking eine Kurzzeitberatung im Sinne einer Krisenintervention an.
Der Focus in den Beratungsgesprächen liegt auf dem Schutz des Opfers, der Stabilisierung in der akuten Krise und der Weitervermittlung an geeignete Stellen, wie z.B. andere Beratungsstellen, Rechtsanwältinnen, Psychotherapeutinnen, Frauenhäuser usw.
Der Zugang erfolgt in der Regel über die Polizei, die im Rahmen eines Einsatzes
das Opfer über die Möglichkeit der Beratung durch die Interventionsstelle aufklärt
und sein Einverständnis zur Kontaktaufnahme einholt. Per Fax wird die Beratungsstelle hierüber informiert, die innerhalb von 24 Stunden versucht, einen Kontakt zu dem Opfer herzustellen.
Von Gewalt betroffene Frauen können sich auch direkt an die Beratungs- und Interventionsstelle im Haus der Caritas, Johannisstraße 2, in 66111 Saarbrücken wenden oder die Beraterinnen unter der Telefon-Nummer 0681 – 37 99 610 erreichen.
Kontakt:
Beratungs- und Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt
Johannisstr.2
66111 Saarbrücken
Tel.: 0681/3 79 96 1-0
Fax.:0681/3 79 96 1-15
interventionsstelle@skf-saarbruecken.de