Die Begegnung bot Gelegenheit, jüdisches Leben kennenzulernen, miteinander ins Gespräch zu kommen und die Bedeutung des interreligiösen Dialogs für unsere Gesellschaft sichtbar zu machen.
"Als Caritas sind wir aus unserem christlichen Glauben heraus dazu aufgerufen, Menschen miteinander zu verbinden und Begegnungen zu ermöglichen. Der persönliche Austausch schafft Verständnis, baut Berührungsängste ab und stärkt das gemeinsame Engagement für ein friedliches und respektvolles Zusammenleben", betonte Caritasdirektor Michael Schley.
Während des Besuchs erhielten die Mitarbeitenden Einblicke in die jüdische Tradition, die Geschichte der Gemeinde sowie in die Bedeutung der Synagoge als Ort des Glaubens, des Gebets und der Gemeinschaft. Benjamin Chait, Kantor der Synagoge Saarbrücken, Leiter der orthodoxen Gottesdienste sowie Seelsorger, Lehrer und Ansprechpartner für Synagogenführungen, gab den Gästen einen persönlichen Einblick in jüdisches Leben und die Bedeutung religiöser Traditionen.
Im Anschluss an die Führung und den gemeinsamen Austausch kamen die Gäste zu einem gemeinsamen Mittagessen mit dem Geschäftsführer der Synagoge Evgenij Mrinski zusammen. Dabei blieb Zeit für persönliche Gespräche und einen weiteren Austausch über die jeweiligen Aufgaben und das gesellschaftliche Engagement.
Die Begegnung machte auch die besondere Verbindung von Judentum und Christentum deutlich. Das Christentum ist aus dem Judentum hervorgegangen. Für Christen ist die jüdische Tradition daher untrennbar mit den eigenen Glaubenswurzeln verbunden. Begegnungen wie diese können dazu beitragen, diese gemeinsame Geschichte bewusst wahrzunehmen und zugleich die Unterschiede der beiden Religionen respektvoll anzuerkennen.
Auch im Bereich der freien Wohlfahrtspflege gibt es eine Verbindung: Der Caritasverband ist als katholischer Wohlfahrtsverband Mitglied in der Liga der Freien Wohlfahrtspflege im Saarland. Auch die jüdische Wohlfahrtspflege ist dort vertreten. Damit verbindet beide Seiten neben dem interreligiösen Dialog auch das gemeinsame Engagement für Menschen, die Unterstützung benötigen, und für den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.
Für die Caritas ist der Dialog mit anderen Religionen Ausdruck ihres christlichen Auftrags. Aus der Botschaft Jesu heraus setzt sie sich für die Würde jedes Menschen, für Solidarität und ein friedliches Zusammenleben ein. Gerade die Begegnung zwischen jüdischen und christlichen Menschen erinnert daran, wie wichtig es ist, Brücken zu bauen und den gemeinsamen Einsatz für Frieden und Mitmenschlichkeit zu stärken.
